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Jascha Rosenberg und Michi Walther haben die Ausbildung als Kleinkinderzieher erfolgreich abgeschlossen. Wir gratulieren beiden herzlich und wollten rückblickend wissen, wie es ihnen ergangen ist.
Jascha, wie war die Ausbildung als Mann in einem sogenannten Frauenberuf?
Durchwegs positiv, obwohl ich anfänglich mit ein paar Schwierigkeiten gerechnet hatte, wurde ich sehr wohlwollend aufgenommen. Nie hat mir jemand gesagt, Männer gehörten nicht in diesen Beruf, weder Eltern, Mitschülerinnen noch Ausbildnerinnen. Im Gegenteil, das Umfeld nahm mich voll und ganz auf und die Kinder kamen gerne zu mir.
Also geschadet hat dir deine Geschlechterrolle nicht, hattest du sogar Vorteile als Mann?
Ich stand schnell im Mittelpunkt und wurde immer gleich angefragt, wenn es etwas Handwerkliches zu tun gab. Ich konnte auch beweisen, dass ich Dinge gut tun kann, die eher als weibliche Fähigkeiten gelten. Ich musste in beiden Domänen bestehen und mich auszeichnen.
Wie war kihz als Arbeitgeberin?
Ich erhielt Unterstützung wann immer nötig! Ich wurde sehr gut angeleitet und ausgebildet. Ein weiterer Vorteil war, dass die Stiftung kihz mehrere Tagesstätten führt und ich jedes Jahr in eine andere wechseln durfte. So habe ich ein breites Spektrum in verschiedenen Häusern unter unterschiedlichen Leiterinnen kennen gelernt, ich habe Erfahrungen gesammelt in Babygruppen, in altersgemischten Gruppen und zuletzt noch im Kindergarten.
Wie geht es nun weiter, hast du Zukunftspläne?
Ich suche im Moment keine feste Anstellung in einer Krippe, lieber vorerst als Springer. Und dann vielleicht in einem Ferienprojekt, als Animateur oder in einem Zirkus eventuell. Die Weiterbildung als Sozialpädagoge kommt in Frage, aber ich habe keine Eile.
Wir hatten Jascha und Michi bereits 2008 porträtiert. Ein guter Grund ins Archiv zu wechseln:
Bild des Monats März 2008
Michi, hattest du als Mann gegen Vorurteile zu kämpfen?
Vorurteile gab es eigentlich nicht, Irritationen aber schon. Die Leute auf der Strasse schauen erstmal etwas komisch, wenn sie einem Mann mit einer Gruppe Kleinkindern und Kinderwagen begegnen. Es dauert manchmal einen Augenblick, bis sie drauf kommen, dass ein Mann einfach auch fremde Kinder betreut.
Hast du positive Erfahrungen gemacht?
Die Eltern sind sehr aufgeschlossen, als Mann sticht man heraus und kommt ganz schnell zu einem kurzen Gespräch. Auch zu den Lehrkräften in der Schule fand ich bald einen guten Draht. Die Kinder reagieren ganz natürlich, und wenn sie sich austoben möchten, wenn ein Bub seine Kräfte ausprobieren muss, dann finde ich das nicht mühsam oder störend, ich kann das locker nehmen.
Hast du als Junge eher mit Puppen gespielt als mit Bauklötzen?
Nein, ganz und gar nicht, ich habe keine besondere Vorlieben für Stricken oder Kochen. Hätte ich mehr 'weibliche Fähigkeiten', dann würde es für die Kinder ja gar nichts Anderes sein. Als Mann kann ich doch einwenig frischen Wind in die Krippe bringen.
Was gefällt dir an diesem Beruf?
Mir macht es enormen Spass mit den Kindern. Es ist wie ein Geschenk, die Kinder ein Stück weit zu begleiten, zu erleben, wie sie neugierig sind, wie sie geschickter werden. Und ihnen Etwas zeigen und beibringen zu können; das ist mega schön.
Was machst du nun?
Ich habe mich im SpringerInnen Pool angemeldet, ich möchte auch eine Reise nach Amerika unternehmen, dann steht mir der Zivildienst bevor. Ich sehe diese Ausbildung als Grundlage, aber ich kann mir auch Einsätze im Bereich mit Behinderten oder in der Betreuung von älteren Menschen vorstellen, eine Weiterbildung, vielleicht das Studium in Sozialpädagogik.
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