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In der Schweiz fehlen derzeit für rund 120'000 Kinder Betreuungsangebote in einer Krippe oder bei einer Tagesfamilie. Gemäss einer Nationalfondsstudie wären rund 50'000 zusätzliche Plätze nötig. Das heutige Angebot von rund 30'000 Plätzen deckt nur 40 Prozent der Nachfrage ab. Das Bedürfnis nach Betreuungsplätzen für Vorschulkinder dürfte bis ins Jahr 2015 stark steigen.
tsf. Die am Montag veröffentlichte Nationalfondsstudie zeigt erstmals in der Schweiz aufgrund wissenschaftlich gesicherter Zahlen die Nachfrage nach familienergänzender Tagesbetreuung im Vorschulbereich auf. Grundlage der Studie sind Umfragen in 750 Haushalten.
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NFP52 Kurzfassung
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Infras
Die Autorinnen und Autoren kommen gemäss einer Mitteilung vom Montag zum Schluss, dass derzeit für rund 120'000 Kinder Angebote in Krippen oder bei Tagesfamilien fehlen. Um diese Nachfrage zu befriedigen, wären bei einer gewünschten Betreuungsdauer von zwei Tagen pro Woche rund 50'000 zusätzliche Betreuungsplätze nötig. Das heutige Angebot umfasst rund 30'000 Plätze.
In den nächsten zehn Jahren wird das Bedürfnis nach Betreuungsplätzen stark zunehmen. Aufgrund eines Simulationsmodells rechnet die Studie mit einer Zunahme der Nachfrage um gut 21 Prozent bis zum Jahr 2015. Sofern die Betreuungseinrichtungen flächendeckend subventioniert würden, nähme die Nachfrage sogar um 27 Prozent zu.
Derzeit entscheidet die Einkommenssituation stark über die Nutzung von ergänzender Kindertagesbetreuung. Schon ein um 10 Prozent höherer Lohn lässt die Nachfrage gemäss der Studie um 5.6 Prozent steigen. Genauso nachfragebestimmend sind die Preise der Krippen und Horte: Werde ein Angebot um 10 Prozent teurer, gehe die Nachfrage um bis zu 12 Prozent zurück, heisst es.
Als weitere wichtige Faktoren nennt die Studie das Alter und den Bildungsgrad der Mütter. Je höher beide Faktoren sind, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder eine Krippe besuchen.
Wenig überraschend ist, dass die Nachfrage sinkt, wenn sich der Vater aktiv an der Kinderbetreuung beteiligt. Ebenfalls nachfragesenkend wirken sich ältere Geschwister aus. Dies deutet gemäss der Studie darauf hin, dass Mütter mit Kindern im Primarschulalter eher zuhause bleiben, da auch die familienexterne Betreuung von Primarschülern grosse Lücken aufweist.
Erarbeitet wurde die Studie im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms «Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel» (NFP 52) vom Forschungs- und Beratungsbüro Infras, dem Istituto Microeconomia e Economia Pubblica der Università della Svizzera Italiana in Lugano und dem Beratungsbüro Tassinari. Basis ist eine Umfrage unter 750 Haushalten mit Kindern im Vorschulalter aus allen Regionen der Schweiz. Die Eltern wurden dabei befragt, welche Betreuungsangebote – wie zum Beispiel Krippen oder Tagesfamilien – sie unter verschiedenen Bedingungen wählen würden.
Die Ergebnisse der Studie könnten für künftige politische Entscheide von grosser Bedeutung sein. Die Autoren rufen Politik und Wirtschaft zum Ausbau des heutigen Angebotes auf. Gefordert seien vor allem Kantone und Gemeinden», erklärte Projektleiterin Susanne Stern von Infras. Die Kantone könnten die Angebotsplanung noch besser koordinieren, während die Gemeinden vor allem bei der Mitfinanzierung der Angebote und der finanziellen Unterstützung der Eltern gefordert seien. Aber auch die Wirtschaft könnte zum Beispiel mit firmeneigenen Betreuungsplätzen oder der Mitfinanzierung von betriebsexternen Angeboten einen Beitrag leisten.
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