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ETH Life
Autor: Samuel Schläfli
Veröffentlicht: 24.04.08
Helena Wehrli, der Leiterin des Kurses 'Vom Schneckenhaus zum Wolkenkratzer' hat diesen Hochschul-Link für die kihz Ferienbetreuung initiiert.
Organisation: Daniel Deimel und Malte Beutler von der Fachstelle Architektur und Schule.
D FAB ARCH: Tobias Bonwetsch
RAPLAB D-ARCH: Yves Ebnöther, Mathias Bernhard
Ein eigenes Haus bauen und eine Stadt nach eigenen Vorstellungen planen – wer hat nicht schon einmal davon geträumt? Für 24 Kinder ging der Traum am vergangenen Dienstag in Erfüllung. Anlässlich der Ferienbetreuung der Stiftung kihz besuchten sie das Departement Architektur und legten dort selber Hand an.
Selten war der Science City Infospot so lebendig wie am vergangenen Dienstag Nachmittag: Da wurde mit Karton Häuser gebastelt, mit Ölkreiden hantiert bis beide Hände vor lauter Farbe glänzten. Leim spritzte aus den Tuben, so dass die Finger aneinander kleben blieben und kreischendes Lachen freudiger Kinder erfüllte den sonst stillen Ort. Wer nicht wusste, dass es sich hier eigentlich um einen Ausstellungsraum handelt, wähnte sich inmitten einer Spielgruppe. Die Szene spielte sich an einem Rundgang ab, der von der Stiftung Kinderbetreuung im Hochschulraum Zürich (kihz) organisiert wurde. 24 Sprösslinge von Mitarbeitern der Universität und der ETH Zürich hatten Gelegenheit, während ihrer Schulferien das Departement Architektur zu besuchen.
Als erstes besuchten die Fünf- bis Achtjährigen auf ihrem Rundgang die Werkhalle für Architektur und Digitale Fabrikation. Staunend verfolgten die Kinder einen Roboter beim computergesteuerten Aufbau einer Ziegelsteinwand. Der Roboter gelangte durch den eleganten Ziegelstein-Bau des Weinguts Gantenbein in Fläsch der Architekten Valentin Bearth und Andrea Deplazes zu Berühmtheit. Das interessierte die Zuhörer jedoch weniger, sie freuten sich vielmehr daran, einmal einen „richtigen“ Roboter gesehen zu haben. Weiter führte der Rundgang in einen Hörsaal, wo die Kleinen einen ersten Eindruck davon bekamen, wie sich das allfällige spätere Studentenleben anfühlen könnte.
Nächster Halt war die Digitalwerkstatt des Raplab. Noch bevor Gruppenleiter Yves Ebnöther überhaupt erklären konnte, was man mit einem 2-D-Schneideplotter alles anstellen kann, wollten seine Zuhörer wissen: „Wann läuft jetzt die Maschine endlich“, „kann die auch schneiden“ und “wo ist denn der Laser?“ Architekten nutzen diesen Plotter normalerweise zum Vorfertigen ihrer Modelle und die Kinder staunten nicht schlecht über die Vielseitigkeit der Maschine: Erst wurde ein Kugelschreiber in die Maschine eingespannt, der sämtliche Namen der Kinder auf eine grosse Kartonplatte schrieb. „Wieso weiss das Gerät wie ich heisse?“, fragte sich einer der Sprösslinge. Danach drückte die Maschine mit einer Art Pizzarad Falzlinien in den Karton und schnitt in einem dritten Schritt den dadurch entstanden Bastelbogen mit einem Japanmesser aus. Bewaffnet mit einem Bastelbogen für ein faltbares Haus stürmte die Kinderkarawane von der Werkstatt hinauf in den Science City Infospot. „Kurz aber heftig“ sei der Überfall der Jungmannschaft auf die Werkstatt gewesen, wird Assistent Mathias Bernhard vom Raplab später schmunzelnd erzählen.
Im Infospot falteten die Sprösslinge den Bastelbogen zu einem Kartonhaus, verklebten die Ränder und bemalten das fertige Haus nach ihrer Fantasie. Voller Stolz präsentierten sie danach dem Fotografen ihre ersten selbstgebauten Häuser. Daniel Deimel von der Fachstelle Architektur und Schule rollte währenddessen einen schwarzen Karton auf, auf dem die Kinder nun mit Kreide Strassen, Kreuzungen und Grünflächen einzeichnen konnten. Die dadurch entstehenden freien Wohnzonen boten Platz für ihre eigenen Häuser. Das die spielerische Umsetzung der Themen Architektur und Städteplanung den Organisatoren geglückt war, konnte man an den stolzen und glücklichen Kindergesichtern ablesen. Auch für Marcel Biefer, Leiter der Ferienbetreuung bei kihz war der ETH-Besuch ein Erfolg. „Wir konnten den Kindern zeigen wo ihre Eltern arbeiten und wer weiss: vielleicht springt ja sogar der Funken und das eine oder andere Kind geht mit einem festen Berufswunsch nach Hause“. Sollte also die Anmeldezahl für das ETH-Architekturstudium in 15 Jahren besonders hoch sein, liegt dies vielleicht auch daran, dass der Samen für den späteren Berufswunsch bei 24 Kindern bereits an diesem Dienstagnachmittag gepflanzt wurde.
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