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Mehr Platz für Kinder

Quelle:
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080116-kihz/index
16.1.2008
Autorin:
Angela Brunner

Die Stiftung Kinderbetreuung im Hochschulraum Zürich (kihz) bietet begehrte Betreuungsplätze. Auf der Warteliste der kihz-Krippen stehen derzeit 350 Kinder. Die Stiftung bemüht sich die Nachfrage durch einen steten Ausbau ihres Angebots zu decken.
Interview: Marita Fuchs

Im Jahre 2002 gründeten die ETH gemeinsam mit der Universität Zürich die Stiftung Kinderbetreuung im Hochschulraum Zürich (kihz). Neu ist auch die Pädagogische Hochschule als Kooperationspartner angeschlossen. Kihz leitet fünf Kindertagesstätten und beschäftigt über 60 Mitarbeitende. Rund 230 Kinder können von den 135 Betreuungsplätzen profitieren. „Wir sind stolz, dass wir in nur wenigen Jahren ein so umfassendes Angebot schaffen konnten“, sagt Ria-Elisa Schrottmann,

Ria-Elisa Schrottmann
Ria-Elisa Schrottmann

Geschäftsleiterin der Stiftung kihz. Im vergangenen Jahr übernahm die Stiftung die Krippe „kihz Schönberg“ und eröffnete den Tageskindergarten „kihz Platten“. Zusammen mit der „kihz Wolfbach“ ermöglicht die Stiftung nun im Hochschulzentrum eine qualitativ hoch stehende Betreuung für Kinder ab vier Monaten bis zu 6 Jahren. „Stolz sind wir auch auf unseren ausgezeichneten Ruf in der Zürcher Krippenlandschaft, der sich auch in der grossen Nachfrage zeigt“, ergänzt Ria-Elisa Schrottmann.

Grosse Nachfrage

Zur Zeit stehen 350 Kinder auf der Warteliste. Insbesondere für Säuglinge gibt es zu wenig Plätze.. „Auch wenn den Hochschulen angesichts der langen Warteliste eine zu zögerliche „Ausbaupolitik“ zugeschrieben wird, muss man dagegen halten, dass allein die ETH Zürich jährlich mehr als 600'000 Franken ausgibt, um ihren Angehörigen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Forschung zu ermöglichen“, argumentiert Ria-Elisa Schrottmann. Die im Stiftungsrat vertretenen Rektoren der Hochschulen haben die Bedeutung der Familien ergänzenden Betreuung erkannt. Das Budget für einen weiteren Ausbau wurde bereits bewilligt. Die Suche nach geeigneten Liegenschaften und Räumlichkeiten ist jedoch schwer. Die Hochschulen seien aber laut Ria-Elisa Schrottmann gewillt, eine Kindertagesstätte in ihre Neubauprojekte zu integrieren.

Hinter den langen Wartelisten verbirgt sich noch ein weiteres Problem. Von den 168 wartenden ETH-Kindern sind 108 im Säuglingsalter. Auf Grund kantonaler Richtlinien und pädagogischer Überlegungen dürfen in einer Gruppe mit zehn altersgemischten Kindern nur zwei unter zwölf Monaten sein. Selbst ein Krippenausbau könnte dieses Problem nicht lösen. Kihz entschied sich daher für neue Wege. In drei der fünf Krippen unterteilt kihz die zu betreuenden Kinder neu in zwei Altersgruppen: Säuglinge bis 3-jährige sowie 3- bis 6-jährige. Gemäss dem Institut für Pädagogik der Universität Zürich ermöglichen diese neuen Gruppen eine altersgerechtere Förderung der Kinder.

Weiterer Ausbau geplant

In ihrer 5-Jahres-Strategie plant kihz weitere 108 Betreuungsplätze. Diese sollen an den Hochschulstandorten Hönggerberg, Irchel, Zentrum sowie an der Sihlpost entstehen. „Bei einem durchschnittlichen Betreuungsbedarf von drei Tagen die Woche könnten 160 bis 180 Kinder davon profitieren“, rechnet Ria-Elisa Schrottmann vor.

Eine generelle Entspannung erhofft sich die Geschäftsführerin jedoch durch das erweiterte Angebot in der Stadt Zürich. Um zusätzliche Betreuungsplätze für Säuglinge anzubieten, startet kihz im Frühjahr auch die zweite Phase von „kihz family-share“. Wenn sich mindestens zwei Familien zusammen tun und eine Wohnung zur Verfügung stellen, kann eine kihz-Erzieherin zu ihnen nach Hause kommen. Sobald die Kinder über 12 Monate alt sind, ist eine schrittweise Integration in eine Krippe möglich.

„Handlungsbedarf besteht für eine stundenweise und flexible Betreuung im Sinne eines Kinderhütedienstes, die in einer bestehenden Kindertagesstätte nicht so einfach angeboten werden kann“, erklärt Ria-Elisa Schrottmann. Im bisherigen System kommen die Kinder nur an bestimmten Tagen in die Krippe. Die freien Tagesplätze decken sich jedoch nicht immer mit den Wünschen der Eltern ganz oben auf der Warteliste.

Dem Bedürfnis entsprechend

Neben subventionierten Plätzen in den fünf Kindertagesstätten bietet kihz den Kindern von ETH-Angehörigen auch eine Betreuung während den Schulferien. Mit „kihz mobil“ entspricht die Stiftung zusätzlichen Bedürfnissen akademischer Eltern. Beispielsweise benötigen Dozierende, wenn sie an Kongressen und Tagungen sind, kurzfristig eine Tagesbetreuung. Daher vermittelt kihz Nannys und Tagesmütter über den Tagesfamilienverein Zürich. „kihz mobil“ gewährleistet ebenfalls die Betreuung von Kindern an grösseren Veranstaltungen.

Vorteile einer hochschuleigenen Kinderbetreuung

„Ein bedarfsgerechtes und subventioniertes Kinderbetreuungsangebot gehört heutzutage selbstverständlich zu einem attraktiven Hochschulplatz“, meint Ria-Elisa Schrottmann. Ein grosser Teil der Dozierenden kommt aus dem Ausland und erwartet von den Hochschulen eine Lösung für die Kinderbetreuung. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist auch für die Förderung von weiblichen Nachwuchskräften sehr wichtig..

Dank dem Elternbeirat kann die Stiftung ihr Angebot auf die Ansprüche im Hochschulraum abstimmen. Viele Hochschulangehörige, die ausserhalb der Stadt Zürich wohnen, wünschen sich eine Kinderbetreuung in der Nähe ihres Arbeitsortes. Und durch kihz lernen die Kinder schon früh das Hochschulmilieu kennen, meint Ria-Elisa Schrottmann.

Pläne für 2008

Für das Jahr 2008 hat die Stiftung grosse Ziele. Die ETH plant eine neue Kindertagesstätte an der Clausiusstrasse und im Areal des Tierspitals stellt die Universität Räumlichkeiten für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Noch fehlen auch Grundlagendaten zur Familien ergänzenden Betreuung in der Schweiz. Solche Themen möchte Ria-Elisa Schrottmann in Zukunft mit Forschenden verschiedener Fachrichtungen diskutieren - beispielsweise bei einem kihz-Symposium.

 

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