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Quelle:
http://www.unipublic.unizh.ch/ campus/uni-news/2002/0632/
Brigitte Blöchlinger 16.10.2002
von Brigitte Blöchlinger
Die Stiftung Kinderbetreuung im Hochschulraum Zürich (kihz) will den Unwägbarkeiten in Sachen familienergänzende Betreuungsangebote ein Ende bereiten. Bereits nächstes Jahr sollen mehr Krippenplätze angeboten werden.

Mami muss an einen mehrtägigen Kongress, und schon hat die Familie ein Problem; oder Papi wird zum Institutsleiter befördert, und schon hat Mami ein Problem. – Der Szenarien gibt es unzählige, wie Hochschulangehörige in Schwierigkeiten geraten, nur weil sie neben ihrer Arbeit auch noch Kinder wollten. Lange Zeit mussten sich die Betroffenen selbst zu helfen wissen. Was zur unguten Folge hatte, dass alle immer wieder von vorne anfingen und die Betreuungsfrage individuell lösten.
Das soll nun anders werden. Die Universität Zürich hat sich mit der ETH Zürich zusammengetan und gemeinsam die Stiftung kihz gegründet, mit der die Kinderbetreuung für Hochschulangehörige institutionell verankert werden soll. Die Form einer Stiftung wurde dabei als am geeignetsten für eine nachhaltige Verbesserung des Kinderbetreuungsangebots angesehen.
Zur Chefsache erkoren
Ein gutes Kinderbetreuungsangebot gehört mittlerweile zu einem guten Hochschulplatz. Beim Werben um die besten Nachwuchskräfte kann das unter Umständen ausschlaggebend sein. Dazu der Rektor der Universität Zürich, Professor Hans Weder: «Kinderbetreuung gehört zwar nicht zum Kerngeschäft unserer Universität. Die Nachwuchsförderung hingegen ist sehr wohl eine unserer wichtigsten Aufgaben. Und zur modernen Nachwuchsförderung gehört das Angebot einer Kinderbetreuung. Denn dies erleichtert es Ehepartnern, ihre akademische Qualifikation zu erarbeiten, ohne dass sie auf Kinder verzichten müssen. Darum setzt sich die Universität Zürich für die Kinderbetreuung ein.»
Die ETH Zürich sieht das ähnlich. Deren Kinderbeauftragter Piero Cereghetti, Leiter Human Resources der ETH, formuliert die Aufgabe von kihz so: «In Zukunft sollen alle Angehörigen beider Hochschulen übersichtlich und kundenfreundlich über das Kinderbetreuungsangebot informiert werden. Dazu muss das bestehende Angebot koordiniert und erweitert und die Zusammenarbeit mit allen involvierten Stellen gestärkt werden. Kihz soll neue Ideen und Impulse in der ausserfamiliären Betreuung geben.»
Die Ansprechpersonen
Natürlich ist es den bereits bestehenden, privaten Kinderbetreuungsinitiativen frei gestellt, ob sie unter das kihz-Dach kommen oder weiter selbständig arbeiten wollen. Eine Koordination der Angebote würde jedoch sicher Sinn machen.
Die Universität hat die uniexterne PR-Frau Julia Gerber Rüegg mit dem Führen der Geschäfte beauftragt, die ETH den hausinternen Kinderbetreuungsdelegierten Sergio Tassinari. Die beiden Geschäftsführenden teilen sich die Stelle im Jobsharing. Sie müssen nun gemeinsam Projekte ausarbeiten und dem Stiftungsrat vorlegen. «Ich bin sehr zuversichtlich», äussert sich die Universitätsbeauftragte Julia Gerber Rüegg auf Anfrage von unipublic, «dass es jetzt vorwärts geht.» Denn der grosse Vorteil einer Stiftung bestehe darin, dass damit langfristig und unabhängig von der politischen und wirtschaftlichen Lage zweckgebundenes Geld für die Kinderbetreuung zur Verfügung stehe.
Erste konkrete Massnahmen
Auf nächstes Jahr ist eine neue Krippe an der Schönberggasse 4, gerade neben dem Uni-Hauptgebäude, geplant. Zwanzig Plätze sollen neu geschaffen werden. Ausserdem wird die ETH-Krippe «KiKri» auf dem Hönggerberg voraussichtlich von der Stiftung übernommen, da sich der bisherige Verein aufgelöst hat.
In Zukunft sollen aber nicht nur Kleinkinder im Vorschulalter und schulpflichtige Kinder in den Genuss kompetenter Betreuung kommen, auch andere, hochschulspezifische Angebote wie Betreuung während der Ferienzeit und während Tagungen und Kongressen sind geplant. Und nicht nur Kinder von Forschenden und Dozierenden sollen vom vergrösserten Angebot profitieren, sondern Kinder von sämtlichen Angehörigen beider Hochschulen, also auch von Mensa-Mitarbeitern, Nachwuchswissenschaftlerinnen, Angestellten in der Verwaltung oder Studierenden.
Anschubgelder vom Bund
Ein erster Kredit kam vom Bund. Prioritär war es für die Verbesserung des Betreuungsangebots für die Kinder von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern gedacht. Das Geld stellte die Schweizerische Universitätskonferenz (SUK) zur Verfügung. Die Universität Zürich und die ETH schossen daraufhin eigenes Geld ein, das nachhaltig investiert werden soll.
Zweckgebundenes Stiftungsgeld
Die am 9. September offiziell ins Leben gerufene Stiftung kihz muss nun aufgebaut werden. Dazu stellten Universität und ETHZ je 200'000 Franken als Gründungskapital für die Stiftung zur Verfügung. Das Stiftungskapital soll in den kommenden Jahren weiter geäufnet werden. Zusätzlich werden finanzielle Mittel für eine Geschäftsstelle bereitgestellt.
Brigitte Blöchlinger ist Journalistin BR und regelmässige Mitarbeiterin von unipublic
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